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ERNEUERBARE ENERGIE BEDEUTET: KLEINE ANLAGEN IN DER FLÄCHE
"Die Energiewende kann nur gelingen, wenn sich alle privaten und staatlichen Akteure für den dezentralen Ausbau erneuerbarer Energien engagieren. Der
öffentlichen Hand kommt hierbei Vorreiterrolle zu." Das sagte Landrat Dr. Jürgen Pföhler bei der jüngsten Dienstbesprechung mit den haupt- und ehrenamtlichen
Bürgermeistern und Ortsvorstehern. Im Mittelpunkt der Veranstaltung, zu der auch die Mitglieder des Kreistags und somit rund 160 Mandatsträger eingeladen waren,
stand das Thema: "Energiewende im Landkreis Ahrweiler - Wege zur 100 Prozent Erneuerbaren-Energie-Region".
Dezentralität. Dieser Begriff zog sich programmatisch durch die Ausführungen des Referenten Dr. Peter Moser. Er ist Fachlicher Leiter für nachhaltige Regionalentwicklung, erneuerbare Energien und Umweltpolitik der deEnet GmbH
Kassel. Das Kürzel "deENet" steht für "Kompetenznetzwerk dezentrale Energietechnologien e.V." Diese bundesweit federführende Einrichtung wird vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit gefördert
und unterstützt Kommunen und Regionen. Auch den Kreis Ahrweiler.
Der AW-Kreis hat der "Charta der 100ee-Regionen" offiziell zugestimmt und
ist
damit die Selbstverpflichtung eingegangen, die regionale Energiewende
voranzubringen. "100ee" steht für 100 Prozent Erneuerbare Energien. Der
Kreistag
hat den Grundsatzbeschluss gefasst, dass der Strombedarf im AW-Land bis
spätestens 2030 bilanziell vollständig aus regenerativen Energieträgern
gewonnen
wird.
Dezentralität bedeutet laut Moser: Es soll eine Vielzahl von kleineren Anlagen geben, die sich aus der Fläche heraus über den Raum verteilen. Das führe auch zu einer "Transformation", einem "Wandel der Kulturlandschaft durch dezentrale und erneuerbare Energieversorgung". Mit Blick auf den bundesweiten Zuwachs an Kapazitäten seit 2000 nannte Moser in erster Linie drei Formen der
Erneuerbaren Energien: Bis 2007 verzeichnete die Windenergie den höchsten Zuwachs, seit 2008
ist es die Fotovoltaik. Biomasse und Biogas spielen dauerhaft eine Rolle, allerdings eine relativ kleine.
In der anschließenden Diskussionsrunde mit den Bürgermeistern wurde klar: Auch in den Kommunen besteht ein hohes Interesse daran, auf erneuerbare Energien
zu setzen. Was oftmals fehlt, ist der organisatorische Rahmen, beispielsweise Raumordnungspläne und Finanzierungsmodelle.
Der Kreis Ahrweiler gehe beim Klimaschutz voran, bekräftigte Pföhler und nannte beispielhaft drei Projekte: das Solarstromprogramm für die kreiseigenen
Schulen, die Erweiterung des Are-Gymnasiums als erstes Schulgebäude dieser Größenordnung in Rheinland-Pfalz im Passivhausstandard sowie das kommende
Solardach-Kataster der Stiftung der Kreissparkasse Ahrweiler. Zugleich unterstütze der Kreis
die Ortsgemeinden bei solchen Vorhaben. Das kreiseigene Förderprogramm Ländlicher Raum sei um den Punkt "Erneuerbare Energien und Energieeffizienz" erweitert
worden.
